Dolce Vita auf zwei Rädern

Dolce Vita auf zwei Rädern

Einmal reingetreten, zwei Mal reingetreten. Hoppla, die Benzinzufuhr ist ja noch zu. Den Choke ein kleines bisschen ziehen. Aber bloß nicht zu viel, sonst säuft sie ab. Millimeterarbeit mit viel Gefühl. Jetzt noch einmal kräftig auf den Kickstarter getreten und der Zweitakter erwacht knatternd zum Leben. Und damit die gesamte Elektrik. Tankanzeige, Lichter und Blinker funktionieren erst, wenn der Motor läuft. Denn viele Vespa-Modelle, vor allem die älteren, haben keine Batterie.
Nun gilt es, ein wahrsagerisches Gefühl für die Viergang-Drehschaltung zu entwickeln. Und der Druckpunkt der Kupplung? Nun ja, vielleicht findet der sich ja irgendwann. Die Vespa entwickelt in der Handhabung ein regelrechtes Eigenleben. Jede hat ihren ganz eigenen Charakter. Und der geübte Vespafahrer weiß auch, dass, ist er einmal mit einer Vespa vertraut, die zweite schon wieder unerforschtes Terrain ist, das genau erkundet werden will. Wie gesagt: Jede Vespa ist ein bisschen anders.
Mehr lesen

MCN rüstet sich für Tour de Neuburg

Schon beim „Boxen-Stopp“ nach der letztjährigen „Tour de Neuburg“ meldeten sich die ersten Young- (ab Baujahr 1997) und Oldtimer-Besitzer (ab Baujahr 1987) zur Ausfahrt 2017 an. Nun ist es soweit: Oldtimer-Spartenleiter Roland Demnick vom Motorclub Neuburg im ADAC und BLSV hat zusammen mit einem fleißigen Team die Vorbereitungen für die „Tour de Neuburg 2017“ abgeschlossen und den Startschuss zur Anmeldung gegeben (www.tour-de-neuburg.de).

Am Dienstag, 15. August 2017 (Mariä Himmelfahrt), treffen sich alle Fahrt-Teilnehmer ab 8.30 Uhr im Sporthotel Rödenhof. Dort können die wertvollen „Schätze“ auf dem großen Parkplatz abgestellt und die Anmeldungen bei den „Vespisti“ rund um Peter Imhof durchgeführt werden. Anschließend lädt der MCN alle Teams zu einem kostenlosen Weißwurst-Frühstück ein, das von Freund und Gönner Hans Dünstl großzügig unterstützt wird. Um zehn Uhr geht Schirmherr und Bürgermeister Rüdiger Vogt mit der Startnummer eins auf die Strecke. Wer heuer sein Beifahrer sein wird, ist noch ein großes Geheimnis. Ein Vorausfahrzeug checkt noch einmal kurz vor der Veranstaltung den Streckenverlauf.

Die richtige Route belegen drei Durchfahrtskontrollen (DK‘s), die von drei der über zehn ehrenamtlichen Helfer besetzt sind. Mit einer Durchschnitts-Geschwindigkeit von rund 30 km/h geht es durch Bergheim, Nassenfels über die Schönblick-Bergstrecke an der Ziegelhütte vorbei nach Emsing, wo die Teilnehmer vor dem Hotel Dirsch von Moderator Klaus Benz vorgestellt werden. Nach der Mittagspause besteht die Gelegenheit zur Besichtigung der hauseigenen Oldtimer-Schlepper-Ausstellung, bevor es über Kinding, Thalmässing, Pfünz, Buxheim zurück nach Neuburg zur stimmungsvollen Abschluss-Veranstaltung im Sporthotel Rödenhof geht. Dort gibt es bei einer Verlosung aus allen Startnummern drei wertvolle Sachpreise sowie einige Sonder-Trophäen zu gewinnen. Die Teilnahmegebühr beträgt pro Team 50 Euro. Der Reinerlös aus der „Tour de Neuburg 2017“ kommt der Jugendarbeit des MC Neuburg zugute. Die Teilnehmerzahl ist auf 100 begrenzt und es können Fahrzeuge aller Art teilnehmen.

Mit der Vespa an die Adria

Beim Vespa-Mai-Stammtisch kamen zwei Mitglieder (Tobias und Steffi) des MC Neuburg auf die „verrückte“ Idee: „Schatzerl, die Vespa muss nochmal nach Italien, kommst mit?“ – „Natürlich komm ich mit!“

Gut, dachten wir, der Plan steht. Am 18.06.17 geht es also los. Auf nach Bibione. Naja… so einen Plan zu haben ist ja ganz nett, aber dazu gehört viel mehr als gedacht. Ein Planungsbuch musste her. Die Seiten mit Ideen und wichtigen Dingen füllten sich schnell. Was man mit einer V 50 R (Hilde) und einer V 50 L beide Baujahr 1969 so beachten muss.

Welche Strecke fahren wir, was an Gepäck mitnehmen und wohin damit, wo schlafen wir unterwegs, was muss alles besorgt werden?

Wie lange kann man an einem Tag fahren und wie viele Höhenmeter schafft so eine Vespa mit nur 50 ccm? Fragen über Fragen….

Also rein mit der Idee und den Fragen in die Vespa WhatsApp Gruppe und ins Vespa-Forum. Viele clubeigenen Vespafahrer und ein Pärchen aus München meldeten sich bei uns, die dieses Erlebnis schon hinter sich hatten. Alle gaben uns wichtige Tipps und Infos. Ist auch nicht so einfach, wie es klingt, na ja fahren wir halt los, Straßen gibt es genug… Nein, so leicht ist das mit 50 ccm nicht. Alle Kraftfahrtstraßen sind für uns Tabu, das heißt wir sind im Internet auf die offiziellen Seiten des Bundesamtes für Straßen in Deutschland, Österreich und Italien und haben uns Pläne und Listen ausgedruckt. Damit wurden die möglichen Routen aber immer weniger und wir hatten das nächste Problem!

Mehr lesen

Bislang längste Ausfahrt der „Vespa High Rollers“ Neuburg

Nach längeren Planungen und Vorbereitungen unter der Regie des Motorclub Neuburg starteten am 15. Juni 2017 elf Fahrer des 1. Neuburger Vespa Clubs, nach Zell am See, zu den Vespa Alp Days.

Um 6 Uhr ging die Fahrt im Neuburger Osten Richtung Österreich los. Über Nebenstrecken fuhren wir über Manching, Freising, Erding, am Chiemsee vorbei, Kössen, Saalfelden nach Zell am See.

Dort kamen wir, bedingt durch mehrere Pausen, Tankstopps und einer Vergaserreparatur nach 9 Stunden um 15 Uhr an. Aber alle hatten ihr vorgenommenes Ziel erreicht und waren glücklich!

Wir bezogen unser Hotel, meldeten uns gemeinsam beim Veranstalter an und schon ging’s los zum 1. Event, dem sogenannten Pyjama-Ride-Out durch die Landschaft nach Kaprun & retour und die meisten der Vespisti waren dabei in lustige Nachthemden oder Schlafanzügen gehüllt.

Am Freitag fuhren wir, leider bei sehr schlechtem Wetter, beim Valley-Drive ins Stubachtal durch den Oberpinzgau weiter zum „Drive the Dam“ in die Kernzone des Nationalparks Hohe Tauern zum Tauernmoossee hinauf auf 2023 m und dort über einer der längsten geschwungenen Staumauer in Europa!

Samstag dann der absolute Höhepunkt, die sogenannte „AUDAX Großglockner“. Die große gemeinsame Auffahrt auf der Großglockner Hochalpenstraße mit ca. 1200 !! Vespen. In Zell war die Fußgängerzone übervoll mit den 2-rädrigen Kultgefährten und über extra für uns ausgeschaltete Ampelanlagen, durch Gendarmerie geregelte Kreuzungen und Sonderwege für Vespa Fahrer ging es ca. 70 km zum Zielpunkt „Fuscher Törl“ auf den Berg!!

Auf 2504 Höhenmeter kamen wir bei strahlendem Sonnenschein in den Genuss der herrlichen Aussicht mit den schneebedeckten Bergen, genossen das malerische Panorama und fuhren weiter auf der Alpenstraße zu sogenannten Hochtor, an malerischen Wasserfällen vorbei bis zum Nationalparkplatz am anderen Ende der Passstraße. Die darauf folgende Abfahrt machte sehr viel Spaß, denn im Gegensatz zur Auffahrt die manche nur im Geschwindigkeitsbereich von 20-30 km/h schafften, konnten bei der Bergabfahrt schnellere Geschwindigkeiten erreicht werden und die kurvige Strecke genossen werden! Am Abend folgte dann noch ein gemütliches Beisammensein bei dem die vergangenen erlebnisreichen Stunden nachbesprochen und freudig diskutiert wurden.

Am Sonntag, den 18. 6. ging es leider schon wieder Richtung Neuburg zurück. Um 9 Uhr starteten wir in den Bergen und fuhren Richtung Norden wieder über die gleiche idyllische Strecke wie schon auf dem Hinweg. Leider schlug der Pannenteufel wieder beim gleichen Fahrer zu und so mussten wir kurz nach Freising wieder einen Zwangsstopp durchführen und dieses Mal die Zündung reparieren, was uns leider nicht gelang. Aber wie der Zufall so spielt, war nicht weit entfernt eine Schwester unseres Mitglieds beheimatet, wo wir den defekten Roller unterstellen konnten. Er wurde Tags darauf abgeholt, repariert und läuft inzwischen wieder einwandfrei.

Somit war es doch ein gelungener und längerer Ausritt von knapp 1000 km, der uns allen sehr viel Spaß bereitet hat und nach einer Wiederholung ruft! Die nächsten Vespa-Alp-Days sind schon fest geplant und finden 02. – 10. Juni 2018 wieder in Zell am See statt.