Verein

Eigentlich gibt es sie schon seit 80 Jahren, die Motorsport-Begeisterten in Neuburg. Vermutlich 1927, das genaue Datum ist nicht bekannt, wurde der damalige Automobil-Club Neuburg gegründet. Der erste Vorsitzende war Dr. Karl Lexer, sein Stellvertreter der spätere langjährige Vereinssyndikus, Rechtsanwalt Leo Graf. Franz Xaver Schweitzer, der Vater des Autohausbesitzers Alfons Schweitzer, hatte seinerzeit die Aufgabe des Schriftführers inne.

Trotz noch relativ schwacher Motorisierung in und um Neuburg hatte der Club damals schon die beachtliche Zahl von 30 Mitgliedern (zur Zeit ca. 200). Das Hauptaugenmerk lag jedoch 1927 weniger in Richtung arbeits- und kostenaufwendiger Sportveranstaltungen. Vielmehr war es die Gemütlichkeit, die einige junge Neuburger Autobesitzer zusammenführte. Eine jährliche „Fuchsfahrt“ (Orientierungsfahrt) lockerte zudem das Programm auf, ehe die Wirren des II. Weltkrieges das Vereinsleben unterbrachen.

30 Jahre später, am 23.5.1957, wird dann auf Betreiben von Rechtsanwalt und Stadtrat Leo Graf der Motorclub Neuburg im ADAC ins Leben gerufen. Als Vorstand fungierte Dr. Karl Leon Graf du Moulin Eckart. 1958 kam dann rück-wirkend die offizielle Anerkennung als ADAC-Ortsclub, ehe die Motorsportbewegung, nachdem noch Amtsgerichtsrat Dr. Kurt Rieth den Vereinsvorsitz übernommen hatte, erneut in einen Dornröschenschlaf verfiel.

Im Jahre 1966 inserierten mit Herbert Maier und Adolf Gribl zwei begeisterte Neuburger Motorsportler in der Neuburger Rundschau und suchten Gleichgesinnte für die „Wiederbelebung“ des Motorclubs. Eine neue Vorstandschaft war bald gewählt und 1967 gab es zum ersten Mal kleine Ansätze von motorsportlichen Aktivitäten zu vermelden. Vor allem die Fahrrad-Geschicklichkeitsturniere, von denen die Großveranstaltung im Jahre 1969 noch in bester Erinnerung ist, wo alleine 681 Kinder aus dem Landkreis mitmachten, sorgten für steigende Popularität. Auch ein erster Auto-Slalom auf dem Volksfestplatz sowie ein Geschicklichkeitsturnier für Pkws standen auf dem Programm.

Im Jahre 1982 feierte der Motorclub Neuburg glanzvoll sein 25-jähriges Bestehen und 1997 das 40.Vereinsjubiläum. Bereits 1990 wurde von der damaligen Vorstandschaft unter der Führung von Heinz Scharl eine Jugendgruppe ins Leben gerufen und seitdem als kostbarer Schatz gehegt und gepflegt. Das geht aber nur mit Hilfe der Eltern, die in allen Sparten den Vereins-Verantwortlichen tatkräftig zur Seite stehen. Mit großem Einsatz, sowohl finanziell als auch ideell und mit vielen ehrenamtlichen Arbeitsstunden schufen die Mitglieder nach einer einjährigen Planungs- und Genehmigungsphase 1994 ein Jugendübungsgelände an der Sudetenlandstraße.

Durch das Entgegenkommen der Stadt Neuburg und dem mutigen Einsatz des damaligen Oberbürgermeisters Huniar, der gegenüber den Gegnern des Geländes ganz klar Stellung pro Motorclub bezog, konnte das Vorhaben verwirklicht werden und dient seitdem den Jugendkartfahrern, Trialpiloten und Mountainbikern als Trainings- und Veranstaltungseldorado. Eine rustikale Blockhütte lädt zu gemütlichen Zusammenkünften für Jung und Alt ein und einige Großraum-Container inclusive Toilettenanlage runden die notwendigen Räumlichkeiten ab. Für die Umsetzung dieses bayernweit beispielhaften Projektes wurden vom Verein bis dato über 50.000,- Euro aufgebracht dank großzügiger Unterstützung des ADAC Südbayern, vom BLSV, von der Stadt Neuburg und vom Landkreis ND-SOB und der Zuwendung von vielen aufgeschlossenen Sponsoren. Das war auch schon notwendig, als Jahre zuvor in Fleischnershausen ein Stadel als erstes Clubheim und Lagerraum angepachtet wurde. Der Anschluss an den Bayerischen Landessport-Verein (BLSV) brachte damals dem Verein eine weitere Möglichkeit, durch Zuschüsse dringende Anliegen in die Tat umzusetzen.

Der Kampf um ein Trainings- und Sportgelände im aufgelösten Standortübungsplatz Kreut war dagegen vergebens, da einige maßgebliche Persönlichkeiten meinten, nur mit einer „grün eingefärbten Gesinnung“ die nächsten Wahlen überleben zu können. Die Mitwirkung des Vereins im Verkehrsausschuss der Stadt Neuburg war und ist ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit im Straßenverkehr. Der Motorclub Neuburg hat durch seine verantwortungsbewusste Führung seit jeher immer wieder klar gemacht, dass die Straße mit ihrem mannigfachen Verkehr und dessen Gefahren für den verantwortungsvollen Motorsportler keine Rennstrecke ist. Andererseits trug er dem Tatendrang seiner Mitglieder regelmäßig Rechnung dadurch, dass er sorgfältig vorbereitete Motorsportveranstaltungen durchführte und mit viel Engagement weiter durchführt. Hierzu zählten insbesondere Auto-Cross-Rennen, Rallyes, Orientierungsfahrten, Geschicklichkeits- Turniere für Autos, Motorräder, Mopeds und Fahrräder sowie Schlepper. Die Zeiten, wo Neuburg in ganz Deutschland als Autocross-Hochburg bekannt war, sind zwar vorbei, doch die Erinnerung an Bayerische, Deutsche und Europa-Meisterschaftstitel bleiben unauslöschlich.

Nun sorgen die Motorrad- und Fahrrad-Trial-Wettbewerbe, sowie die Jugendkart-Turniere und die immer stärker ins Rampenlicht rückenden Oldtimer-Veranstaltungen für Schlagzeilen und locken Hunderte von Sportlern und Tausende von Zuschauern in die Ottheinrichstadt.
Nun kommen die Titelträger verstärkt aus dem Kreise der Fahrradtrialsportler, die dank einer ausgezeichneten Betreuung einen kometenhaften Aufstieg verzeichnen können. Sogar einen Jugend-Weltmeister bei den „Trials World Youth Games 2006“ und einen weiteren sowie den Vizeweltmeister 2007 konnten die MCler hoch leben lassen und die Erfolge eines ehemaligen Jugendkartfahrers in der „Int. Formel BMW-ADAC-Meisterschaft/Championship 2006“ machten ebenfalls überregional auf den rührigen Neuburger Verein aufmerksam.

Ein ganz besonderes Schmankerl sind die Durchfahrten von Oldtimern aus ganz Deutschland, die auch heuer mit der Ausrichtung einer Wertungsprüfung für die „Donau-Classic“ aus dem benachbarten Ingolstadt, getoppt werden. Im vorigen Jahr organisierte ein engagiertes Team im Dreiklang mit der Stadt Neuburg und dem Stadtmarketing die von rund 8.000 begeisterten Zuschauern besuchten „Oldtimer-Präsentationsfahrten im Zeichen der vier Ringe“ unter der Schirmherrschaft von OB Dr. Bernhard Gmehling auf einem spektakulären Rundkurs in der Innenstadt von Neuburg Die Mitwirkung bei den „Neuburger Autotagen“, dem „Kindertag“ und bei den verschiedensten Ausstellungen und Messen gibt den Aktiven die Möglichkeit, ihr Können vor großem Publikum zu zeigen und der Verein kann sich mit In-formationsmaterial und -gesprächen wirkungsvoll vorstellen. Das alles ist aber nur möglich mit Hilfe der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die ihre Freizeit und ihre Kraft in den Verein einbringen und somit den Fortbestand des Motorclubs Neuburg auch in Zukunft auf vorbildliche Weise sichern.

Die jeweiligen Vorstandschaften legten schon immer großen Wert auf die Harmonie innerhalb des Vereins und führten deshalb zahlreiche gesellige Veranstaltungen wie Winterfahrten, Sommerfeste, Zeltlager, Grillabende, diverse Ausflugsfahrten zu verschiedenen Zielen im In-und Ausland, Radltouren und vieles mehr durch. Freundschaftliche Besuche von Rallye-Weltmeister Walter Röhrl, verbunden mit Fahrerlehrgängen und einem zünftigen „Sauessen“ zählten zu den Höhepunkten der Vereinsjahre. Vieles davon können die Mitglieder auch heute noch miterleben und immer wieder kommen neue Unternehmungen dazu. Regelmäßige Sportfahrer-Stammtische und Monatsversammlungen mit abwechslungsreichen Themenabenden runden das Jahresprogramm ab und alle zwei Jahre wird nach den Statuten eine neue Vorstandschaft gewählt. Gern gesehene Gäste bei allen Unternehmungen des Motorclubs Neuburg sind die Familienangehörigen, Verwandten und Bekannten sowie die Freunde der Mitglieder.